Raja Ampat
ein Traum wird Wirklichkeit
Raja Ampat war für uns ein lang ersehnter Traum – so wie für viele Taucher auf dieser Welt. Und ja: Es ist tatsächlich ein Paradies wie aus dem Bilderbuch. Türkisblaues Wasser, lange weiße Strände, unberührter Dschungel, der bis direkt ans Meer reicht, große Palmen und kleine Stelzenhäuser sowie Bungalows der Einheimischen und Hotels entlang der Küste.
Fast schon surreal, wie schön ein Ort sein kann – und wie viel Ruhe er ausstrahlt. Eine Ruhe, die man nicht nur hört, sondern spürt.
Ankommen auf Yeben Island
Nach etwa vier Stunden Bootsfahrt erreichten wir schließlich unsere Insel: Yeben Island. Für eine Woche sollte sie unser Zuhause sein. Eine kleine Insel, auf der es genau ein Hotel gibt – mit zehn Bungalows und damit maximal rund 30 Gästen gleichzeitig.
Mindestens doppelt so viele Angestellte kümmern sich hier um das Wohl der Gäste. Und das merkt man. Vom Management über die Dive Guides bis hin zu Reinigungskräften und Köchen: Man kommt als Gast – und geht als Freund. Jeder Einzelne hat dazu beigetragen, diesen Aufenthalt nicht nur angenehm, sondern unvergesslich zu machen.
Der Hauptgrund: Tauchen in Raja Ampat
Kommen wir zum eigentlichen Grund unserer Reise: das Tauchen.
Wir waren schon an vielen schönen Orten unter Wasser, aber Raja Ampat ist etwas anderes. Besonders beeindruckt hat uns die Organisation: Snacks während der Oberflächenintervalle, eine Bootscrew, die die Wellen besser lesen kann als manch anderer das Wetter, und Dive Guides, die jederzeit ein sicheres Gefühl vermitteln. Ihre Spotkenntnis ist so gut, dass selbst die Briefings jedes Mal Spaß gemacht haben.
Korallen, wie man sie kaum noch sieht
Das eigentliche Highlight aber sind die Korallen.
Wir haben noch nie irgendwo so lebendige, gesunde und vielfältige Riffe gesehen. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Naturschutz und nachhaltiger Tourismus tatsächlich funktionieren können. Gleichzeitig macht es nachdenklich: zu wissen, wie fragil diese Ökosysteme sind und wie stark viele Riffe weltweit bedroht sind. Umso schöner – und fast tröstlich – war es zu sehen, wie spektakulär die Unterwasserwelt sein kann, wenn man sie schützt.
Großes Kino – über und unter Wasser
Neben den Korallen begegneten uns Teppichhaie, Mantas und andere Großfische. Aber auch das vermeintlich Kleine ist hier ganz groß: winzige bunte Schnecken, Krebse, Clownfische und unzählige weitere Details, die man erst beim zweiten Blick entdeckt. Ein ganz besonderes Erlebnis hatten wir auf dem Weg zu einem Tauchspot: Delfine begleiteten unser Boot eine ganze Weile. Ein traumhaftes Schauspiel, das man nicht plant – und genau deshalb nie vergisst.
Die beschwerliche Anreise – und warum das gut ist
Wie kommt man nun in dieses Paradies?
Die Anreise ist, ehrlich gesagt, etwas beschwerlich – und wir hoffen sehr, dass das auch so bleibt. Der Natur zuliebe. Massentourismus würde diesem Ort mit Sicherheit schaden.
Am besten reist man über Jakarta oder Makassar nach Sorong. Von dort geht es mit der Fähre in etwa zwei Stunden nach Waisai und anschließend – je nach Insel – weiter. In unserem Fall noch einmal rund zwei Stunden Bootsfahrt.
Sorong – unterschätzt und überraschend authentisch
Sorong ist eine kleine Hafenstadt in Westpapua, das zu Indonesien gehört – und aus unserer Sicht stark unterschätzt. Wer denkt, Indonesien sei überall wie Bali, irrt gewaltig. Bali ist hinduistisch geprägt, der Großteil Indonesiens muslimisch, während Papua einen hohen christlichen Bevölkerungsanteil hat. In vielen Reiseführern liest man, dass man sich als westlicher Tourist in Sorong besser nicht groß aus dem Hotel herausbewegen sollte. Aus unserer Sicht ist das nicht gerechtfertigt. Sorong ist ein kleines, authentisches Städtchen, das den Alltag in Indonesien ehrlich widerspiegelt: Straßenstände mit leckerem Essen, Moscheen, kleine Malls und viele Menschen, die ganz normal ihrem Leben nachgehen.
Begegnungen, Marktleben und gutes Essen
Uns fiel schnell auf, dass viele Einheimische so gut wie nie „weiße“ Menschen sehen. Fast alle Kinder riefen uns etwas hinterher oder sprachen uns direkt an. Es wurde viel gelacht – und auch ohne gemeinsame Sprache war der Austausch herzlich und schön.
Ein absolutes Highlight war der Besuch des Remu Markets, des größten Marktes in Sorong. Unter Wellblechdächern findet man hier wirklich alles: Kleidung, Elektronik, Fisch, Fleisch und Lebensmittel aller Art.
„Einmal hin, alles drin“ – ein bekannter deutscher Werbeslogan wird hier zur Realität.
Ganz nebenbei hat dieser Aufenthalt unser Bild vom indonesischen Essen deutlich erweitert. Neben Klassikern wie Nasi Goreng, Mie Bakso und Soto Ayam gibt es unzählige weitere Gerichte, die unglaublich lecker sind – man muss sich nur trauen, sie zu probieren.
Raja Ampat hat uns gezeigt, wie schön unsere Welt sein kann, wenn man ihr Raum lässt. Ein Ort, der ehrfürchtig macht, dankbar stimmt – und den man mit genau dieser Haltung auch wieder verlässt.
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