Singapur

Oktober 13, 2025
ein vertrauter Abschluss

Singapur war der Abschluss unserer Reise 2025 – und irgendwie fühlt sich genau das immer richtig an. Wir versuchen, wann immer möglich, Zeit in dieser Stadt zu verbringen, weil sie sich für uns längst nicht mehr wie ein klassisches Reiseziel anfühlt, sondern eher wie ein sehr gut organisierter, tropischer Bekannter. Nicht zuletzt wegen meines (Marcels) Auslandspraktikums, das ich 2014 hier gemacht habe und das meine Beziehung zu dieser Stadt nachhaltig geprägt hat. Auch Lene hat Singapur vor ein paar Jahren für sich entdeckt – und teilt seitdem meine Begeisterung.

Für uns ist Singapur die perfekte Mischung aus Europa und Asien: alles wirkt geordnet, effizient und sauber, ohne steril zu sein. Gleichzeitig gibt es an jeder Ecke Hawker Center mit günstigem, authentischem Essen, das geschmacklich regelmäßig beweist, dass Perfektion nicht teuer sein muss.

Architektur zwischen Hochhaus und Shophouse

Als Architekten schätzen wir natürlich besonders die architektonische Vielfalt der Stadt. Singapur ist ein Ort, an dem sich futuristische Hochhäuser, koloniale Bauten und jahrzehntealte Shophouses nicht gegenseitig verdrängen, sondern erstaunlich selbstverständlich nebeneinander existieren.

Gläserne Türme in der Marina Bay, streng rhythmische Wohnblöcke der HDBs, filigrane Kolonialarchitektur aus der britischen Zeit – und dazwischen immer wieder kleine urbane Überraschungen. Diese Mischung macht die Stadt nicht nur lebenswert, sondern auch visuell unglaublich spannend.

Kulturelle Vielfalt auf engstem Raum

Mindestens genauso prägend ist die kulturelle Vielfalt, die sich besonders deutlich in Vierteln wie Little India, Chinatown und Kampong Glam zeigt. Innerhalb weniger Straßen wechselt nicht nur die Architektur, sondern auch Sprache, Gerüche, Farben und Musik. Tempel, Moscheen und Kirchen liegen hier teilweise nur wenige Gehminuten auseinander – ein Nebeneinander, das in Singapur nicht inszeniert wirkt, sondern einfach funktioniert.

Fokus Fotografie – das echte Singapur

Dieses Mal lag unser Fokus ganz klar auf der Fotografie. Wir haben gezielt Orte gesucht, an denen sich die Stadt möglichst authentisch einfangen lässt: enge Hochhausschluchten, in denen sich das Leben zwischen Beton und Himmel abspielt, kleine Shophouses mit verwitterten Fassaden, aber auch Klassiker wie Lau Pa Sat, wo sich abends Büroangestellte, Touristen und Nachtschwärmer unter dem viktorianischen Dach mischen.

Immer wieder tauchten dabei koloniale Bauten auf, die wie stille Zeitzeugen die Geschichte der Stadt erzählen und das heutige Singapur erst richtig einordnen lassen.

Wiedersehen mit Freunden

Ein weiterer fester Bestandteil unseres Aufenthalts waren Freundetreffen. Einige Bekanntschaften aus der Zeit des Praktikums sind geblieben – und jedes Wiedersehen fühlt sich ein bisschen so an, als wäre man nie wirklich weg gewesen. Singapur hat diese besondere Fähigkeit, Menschen langfristig an sich zu binden, selbst wenn sie irgendwann weiterziehen.

Alltag in schwindelerregender Höhe

Aber auch die Geschichten des Alltags haben uns dieses Mal besonders beschäftigt. Zum Beispiel dieser eine Maler: hängend in etwa acht Metern Höhe, über ihm – ungefähr sieben Meter entfernt – zwei Eimer Farbe. Bewaffnet mit Pinsel und Farbroller steht er vor einer schier unmöglichen Aufgabe: ein Gebäude mit über 20 Geschossen plus angeschlossener Mall komplett neu zu streichen.

Das Ganze bei über 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von jenseits der 90 %. Das einzig Beruhigende an dieser Szene: Das Ziel ist in Sicht. Nur noch rund 15 Meter Fassade fehlen.

Die Fragen, die uns dabei nicht loslassen:
Wie lange hat er wohl schon daran gearbeitet? Wird er für diese Arbeit angemessen bezahlt? Und muss er, kaum fertig, direkt auf der anderen Seite wieder von vorne anfangen, um dem tropischen Klima erneut entgegenzutreten?

Singapur bleibt für uns eine Stadt, die nicht nur beeindruckt, sondern vertraut wirkt – eine Stadt, die man nicht einfach besucht, sondern immer wieder neu erlebt.

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